Medikamente im Leitungswasser?

Medikamentenrückstände im Wasser
Medikamentenrückstände im Wasser

Medizin aus dem Hahn – Was tun gegen die hohe Konzentration von Arznei in unserem Leitungswasser? Ein großes Problem unseres Trinkwassers ist neben verschiedensten Schadstoffen, die sich darin befinden auch das Problem, dass viele Medikamente bzw. deren Wirkstoffe in unserem Trinkwasser nachweisbar sind. Darunter sind Rückstände von verschreibungspflichtigen Antibiotika, die bei falscher Dosierung und Anwendung fatale gesundheitliche Folgen haben können. Nun ist die nachgewiesene Konzentration dieser Mittel allerdings nicht besonders hoch, allerdings ist deren Tendenz mit Blick auf die vergangenen Jahre steigend.

Wie gelangt Arznei in das Trinkwasser?

Die Medikamente gelangen vornehmlich dadurch ins Trinkwasser, dass Verbraucher Ihre angefangen aber nicht mehr benötigten Antibiotika einfach im Abfluss versenken, anstatt diese fachgerecht zu entsorgen. Dadurch ergibt sich eine enorme Überbelastung des Wassers mit Rückständen von Wirkstoffen aus Medikamenten.

Leider sind die gängigen Kläranlagen, die vornehmlich von den Wasserwerken betrieben werden, nicht in der Lage diese Schadstoffe und Chemikalien aus dem Abwasser zu filtern. Daher bleiben diese Dinge im Wasser weiterhin enthalten und stecken somit auch in unserem Trinkwasser. Laut einiger Wissenschaftler ist die bisher gemessene Menge an Arznei im Wasser nur die Spitze des Eisbergs. Dadurch ergibt sich, dass in Zukunft mit weiteren Verschlechterungen der Trinkwasserqualität zu rechnen ist.

Filtersysteme – der umfassende Schutz für Gefahr im Trinkwasser?

Prinzipiell und theoretisch existieren heute bereits Filteranlagen, die es ermöglichen solche Schadstoffe und Chemikalien, sowie Wirkstoffe von Arzneimitteln herauszufiltern. Hier sind besonders das Ozonverfahren und die Filterung des Wassers via Aktivkohle zu nennen. Beide Filtersysteme sind allerdings besonders kostspielig und rechnen sich für die Betreiber von Kläranlagen nicht. Daher werden solche Systeme nicht in die Kläranlagen eingebaut. Solange also die Grenzwerte noch nicht erreicht sind oder diese von der Regierung heruntergeschraubt worden sind, wird sich an der Ausstattung der Kläranlagen nichts ändern.
Zwar scheinen die Grenzwerte noch nicht erreicht, allerdings ist davon auszugehen, dass die Wirkstoffe aus Arzneimitteln auch in der niedrigen Konzentration, in der sie im Trinkwasser vorkommen, bereits gesundheitsschädigende Auswirkungen haben könnten. Bei falscher oder unbewusster Einnahme bestimmter verschreibungspflichtiger Wirkstoffe ist mit schweren gesundheitlichen Folgen zu rechnen. Für besondere vulnerable Gruppen ergibt sich somit eine aus dem Trinkwasser resultierende Gefahr, mit der nicht zu spaßen ist.

Lösungsansätze für die Verringerung der Arzneikonzentration im Wasser
Als Lösung für dieses Problem ist zunächst der Appell an alle zu richten, die ihre angebrochene Arznei einfach in der Toilette oder dem Waschbecken entsorgen, dies bitte zu unterlassen und anstelle dessen die angebrochene Arznei entwerte fachgerecht zu entsorgen oder an eine Apotheke, die zwar nicht mehr zur Rücknahme verpflichtet ist, dies allerdings oftmals aus Kundenfreundlichkeit und Kulanz dennoch tut, zurückzugeben. Dies wird die Konzentration der Schadstoffe in den kommenden Jahren bereits deutlich merklich senken, ist allerdings keine endgültige Lösung.

Für Privatleute bietet sich weiterführend die Möglichkeit in eine sogenannte Umkehrosmose – bzw. Osmoseanlage zu investieren, die in der Lage ist, die vom Klärwerk weiterhin im Wasser belassenen und nicht herausgefilterten Schadstoffe aus dem Wasser zu filtern. Durch verschiedene Membranen und Filter wird das Leitungswasser erneut gereinigt, wodurch sich dann eine nahezu perfekte Wasserqualität ergibt. Besonders für Familien mit kleinen Kindern könnte eine Investition bzw. Anschaffung einer solchen Anlage besonders interessant sein, da kleine Kinder und junge Heranwachsende besonders unter den Folgen des verunreinigten Wassers leiden können. Zudem ist zu sagen, dass sich die Konzentration der Schadstoffe in den kommenden Jahren wohl eher zunehmen als abnehmen wird. Dadurch erscheint eine Investition in eine Osmoseanlage eine Investition in eine gesunde Zukunft zu sein. Ob sich eine solche Anschaffung allerdings lohnt, muss jeder individuell für sich selbst